Safer Space und Verhaltenskodex

Wir empfinden die Swingtanzszene als spaßig und voller Freude, wir treffen dort tolle Menschen. Allerdings ist sie auch ein Teil der Welt und damit nicht perfekt. Das Beste, das wir als Community tun können, ist Awareness (also Aufmerksamkeit füreinander) zu verbreiten, gemeinsam zu wachsen und auf uns selbst und andere zu achten. 

Um allen Teilnehmenden die Möglichkeit zu geben, das Beste aus den Kursen, Events und Socials zu machen, setzen wir uns dafür ein, eine freundliche, sichere und inklusive Umgebung für Alle zu schaffen – unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, Hautfarbe, Sprache, politischer oder anderer Haltungen, nationaler oder sozialer Herkunft, Behinderungen, Religion oder des sonstigen Status. 

Dieser Verhaltenskodex hat das Ziel, klare Richtlinien und Erwartung für jede Person zu formulieren, die sich für das Swingtanzen interessiert. Er behandelt auch die Konsequenzen für inakzeptables Verhalten. 

Erwartetes Verhalten

Swingtanz ist ein Gemeinschaftstanz — wir erwarten, dass du rücksichtsvoll und wertschätzend mit Dir, deinen Partner*innen und anderen umgehst; Wir erwarten, dass Du erniedrigendes, diskriminierendes oder belästigendes Handeln und Reden unterlässt

Jede Interaktion auf unseren Events, in unseren Kursen oder bei den Socials muss mit dem Einverständnis beider Beteiligten einhergehen.

Sei achtsam deinem Umfeld und den anderen Teilnehmenden gegenüber: alarmiere Mitarbeitende, wenn Du eine gefährliche Situation oder eine in Not befindliche Person bemerkst. 

Wenn sich etwas nicht richtig anfühlt, sprich es bitte an. 

Achte bitte auch darauf, Raum für deine Partner*innen zu machen, Dinge ansprechen zu können. 

Es ist okay, “Nein” zu einer Tanzaufforderung zu sagen und deinem*r Partner*in mitzuteilen, wenn sich etwas unangenehm anfühlt oder wehtut. 

Wenn Du eine andere Person zum Tanzen aufforderst, achte darauf, dass Du ihr die Gelegenheit gibst, zuzustimmen oder abzulehnen – und sei mit beiden Möglichkeiten okay. Manche Leute möchten lieber mit Worten gefragt werden, anstatt nur durch Körpersprache; bitte um Klarstellung, wenn die Antwort oder die Körpersprache deines*r Parntner*in für dich nicht eindeutig ist. 

Inakzeptables Verhalten: Wie Du es bemerkst und wie Du reagieren kannst

Beispiele inakzeptablen Veraltens beinhalten:  Einschüchterndes, belästigendes, missbräuchliches, diskriminierendes, abwertendes oder demütigendes Verhalten. Belästigungen jeder Art sind inakzeptabel, wie beispielsweise (aber nicht begrenzt auf): beleidigende verbale Äußerungen in Bezug auf Geschlecht, Alter, sexuelle Orientierung, Behinderungen, äußere Erscheinung, Hautfarbe, Religion; absichtliche Einschüchterung, Stalking, Verfolgen, das Belästigen durch Fotografieren oder Aufnahmen, das anhaltende Stören von Vorträgen oder Events, unangebrachter Körperkontakt oder unerwünschte (sexuelle) Annäherungsversuche. 

Wie bemerke ich das?

“Von innen”: Alles, was sich nicht gut anfühlt, kann in Frage gestellt werden. 

“Von außen”: Jedesmal, wenn Dir jemand nicht enthusiastischen Consent gibt (deutlich positiv zustimmt), gib deinem Gegenüber die Möglichkeit, seine*ihre Wünsche und Bedürfnisse zu äußern. Jedesmal, wenn die Körpersprache einer Person nicht deutlich ist, bietet es sich an, um Klarstellung zu bitten. 

Was sollte ich tun, wenn etwas nicht in Ordnung ist? Wie sollte ich reagieren?

  1. Sprich mit der Person, wenn Du kannst. 

Ehrlichkeit ist das beste Kommunikationswerkzeug, das wir haben. Versuche offen, direkt, von deiner Perspektive aus und in Bezug auf das aktuelle Problem zu sprechen. Z.B.: “Ich fühle Schmerzen in meiner rechten Schulter, wenn wir diese Art von Bewegung tanzen” oder “Ich fühle mich sehr unwohl, wenn deine Hand so tief ist und ich kann nicht einordnen, was Du damit bezwecken willst”. 

  1. Sprich mit den Mitarbeitenden

Bitte sprich mit einer Person im Team, zu der Du Vertrauen hast. Z.B. falls Du den Eindruck hast, dass eine Person häufig auf gefährliche Weise tanzt und Du Angst hast, verletzt zu werden, oder falls eine Person dazu neigt, auf unangenehme Weise flirtiv zu sein, etc.
Wir versprechen, Dir zuzuhören, Dich in deinen Bedürfnissen zu unterstützen und etwas zu unternehmen. Wir werden Dich nicht verurteilen, beschuldigen oder über dich in irgendeiner Weise reden, die dein Tanzerlebnis in einer negativen Weise verändern würde. 

  1. Das wird das Team für Dich tun

Die Mitarbeitenden werden Dir zuhören und Dir Unterstützung anbieten. 

Unterstützung bedeutet: Wenn Du das Gespräch mit einer Person suchst, deren Verhalten dazu geführt hast, dass Du dich unwohl fühlst, können wir dich dabei unterstützen. Wir können auch anbieten, die Kommunikation zu übernehmen und direkt mit dieser Person zu sprechen, mit oder ohne deine Anwesenheit. 

Konsequenzen inakzeptablen Verhaltens

Der erste Schritt ist, die Person, die inakzeptables Verhalten zeigt, darauf aufmerksam zu machen. 

Der zweite Schritt ist, sie zu bitten, dieses Verhalten zu verändern. 

Der dritte Schritt ist, die Konsequenzen solchen Verhaltens zu erklären. 

Die Konsequenzen können beinhalten: Die Person wird von unseren Events, Kursen und Socials ausgeschlossen; falls nötig kontaktieren wir die zuständigen Behörden. 

Alle diese Schritte können getrennt voneinander oder gleichzeitig passieren. 

Beispiele:

  • Eine Person macht Aerials auf unsichere Weise auf der Social Tanzfläche -> Zuerst machen wir sie darauf aufmerksam und bitten sie, damit aufzuhören -> zweitens, wenn sie nicht damit aufhört, erklären wir ihr, dass wir sie deswegen möglicherweise von unseren Socials ausschließen müssen -> drittens, wenn das Verhalten sich immer noch nicht ändert, schließen wir sie von den Socials aus. 
  • Eine Person a person assaulted a partner > all the steps happen at once.

Bitte beachte, dass unsere Mitarbeiter möglicherweise fragen, ob sie ein anderes Teammitglied einbeziehen können, wenn sie das Gefühl haben, dass andere der Situation besser gerecht werden können. 

Etiquette und gute Praxis

Kommunikation

  • Wenn Du eine andere Person zum Tanzen aufforderst, stelle sicher, dass Du ihr die Möglichkeit gibst, zuzustimmen oder abzulehnen. 
  • Danke deiner*m Partner*in nach einem Tanz
  • Gib kein Feedback oder kritische Anmerkungen, außer Du wurdest darum gebeten 
  • Entschuldige Dich, wenn Du jemanden getreten hast oder auf irgendeine andere Weise mit einer anderen Person auf der Tanzfläche zusammengestoßen bist. 

Körperliche Verbindung

  • Um miteinander tanzen zu können, gehen wir typischerweise eine körperliche Verbindung ein. Wenn Du dich mit der Verbindung, die Du zu deinem*r Partner*in hast, unwohl fühlst (weil es schmerzhaft ist, unangenehm, zu persönlich oder einfach, weil es dir nicht gefällt), teile es deinem*r Partner*in mit, so dass er*sie sein*ihr Verhalten anpassen kann. 
  • Wenn dein*e Partner*in dir mitteilt, dass sich die Verbindung für ihn*sie unangenehm anfühlt, sei offen dafür, dein Verhalten zu ändern und zusammen zu arbeiten, so dass ihr beide euch wohlfühlen könnt. 

Hygiene

  • Nutze Handdesinfektionsmittel und wasche deine Hände. 
  • Nutze Deodorants, Atemerfrischer oder Kaugummis
  • Bring ein oder zwei Extra-T-Shirts mit und/oder ein Handtuch 

Sicherheit

  • Keine Aerials auf der Social Tanzfläche 
  • Keine großen Kicks oder Schritte, wenn Du nicht sehen kannst, wohin Du gehst
  • Achtet auf die euch umgebenden Tanzenden (sowohl als Leader als auch als Follower)